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VonCKR

Corona und das Fitnessstudio

Immer wieder gibt es Streitigkeiten um die Frage, ob Fitnessstudiobetreiber Beiträge an ihre Nutzer zurückzahlen müssen, wenn die Nutzung des Fitnessstudios aufgrund einer behördlichen Schließung während der Corona-Pandemie nicht möglich war.

Das Landgericht Osnabrück hat sich zwischenzeitlich in einer Berufungsentscheidung damit befasst.

Das Gericht kam zum Ergebnis, dass das Fitnessstudio die Beiträge zurückzahlen muss. Das Gericht hat hierbei ausdrücklich festgestellt, dass die Leistung für die Monate in denen das Studio geschlossen war nicht nachgeholt werden können. Auch der Auffassung, dass die Monate des Schließungszeitraumes einfach an die vereinbarte Vertragslaufzeit angehängt werden können erteilte das Gericht eine klare Absage. Das Gericht verwies in dem zusammen Hang darauf, dass der Gesetzgeber eine Anpassung aufgrund coronabedingter Schließungen nur für Miet- und Pachtverträge vorgesehen hatte, nicht jedoch für Freizeiteinrichtungen, zu denen auch Fitnessstudios zählen.

In diesem Zusammenhang ist nochmals darauf hinzuweisen, dass sich die Rechtsprechung zu Fitnessstudios von der zu Sportvereinen deutlich unterscheidet. Hinsichtlich der Mitgliedsbeiträge zu Sportvereinen ist eine Erstattung bei coronabedingter Schließung nicht möglich. Da beim Sportverein auch die ideelle Zugehörigkeit zum Verein abgestellt wird, diese ist jedoch nicht abhängig von der Nutzbarkeit der Sporteinrichtungen und besteht auch während einer Corona bedingten Schließung fort. Sollte ein Sportverein jedoch neben dem Mitgliedsbeitrag noch gesonderte Gebühren für die Nutzung, z. B. des Fitnessraums verlangen, über die Entscheidung über diese zusätzlichen Gebühren wieder so ausfallen wie bei den Fitnessstudios.

Ein Fitnessstudio hat nach Auffassung der Gerichte gerade keine Mitglieder im vereinsrechtlichen Sinne, auch wenn diese Terminologie gerne verwendet wird, sondern zahlende Nutzer.